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Matratzen - ein Blick ins Innenleben


Matratzen können mit vielem gefüllt sein: Rosshaar, Wolle, Baumwolle, Kokos, oder auch Torf, Dinkel o.a. Es gibt Matratzen, die im Querschnitt wie ein üppig belegtes Sandwich aussehen: viele Lagen verschiedener Materialien wechseln sich da ab. Welches Material verwandt wird, hängt im wesentlichen davon ab, was die Matratze „können“ soll: Liegt ein sehr schwerer „Schläfer“ darauf, können Kokos oder Rosshaar stabilisieren. Schurwolle macht Matratzen warm. Torf wird nachgesagt, dass er bei rheumatischen Beschwerden lindernd wirken kann. In den meisten Fällen wird aber nicht auf einen Kern aus Latex verzichtet.


Matratzen aus Latex haben hervorragende Liegeeigenschaften und durch den Verzicht auf Metall, d.h. Federkern kann es auch nicht zu eventuellen Schlafstörungen durch Beeinflussung des natürlichen Erdmagnetfeldes kommen. Viele Hersteller bieten mittlerweile Matratzen aus Naturlatex an, da sie sich mit dem Wort ‚Natur’ einen Verkaufsvorteil versprechen.

         

Naturlatex - Rosshaar                       Naturlatex - Wolle

         

Naturlatex pur                                      Naturlatex - Kokos

Natur ist aber nicht gleich Natur – der Begriff Naturlatex ist nicht geschützt. Häufig finden sich im Handel synthetische Latexprodukte mit einem geringen Anteil an natürlichem Latex, die als „Naturlatex“ Produkte gekennzeichnet sind. Hier hilft nur gezieltes Nachfragen, welcher Anteil an Naturlatex tatsächlich im Produkt enthalten ist. Für Latexmatratzen und –polster, die mit dem ÖkoControl Siegel ausgezeichnet sind, wird Kautschuk aus 100% natürlichem Latex verwendet (das bedeutet: keine Beimischung von synthetischem Latex).


Kleine Ökobilanz Naturlatex – Synthese Latex
Der zur Polsterung verwendete Latex kann natürlichen oder synthetischen Ursprungs sein, ein Unterschied in den Eigenschaften lässt sich für den Nutzer kaum feststellen. Deswegen sind sie dennoch nicht gleichwertig. Beachtenswert ist nämlich ein Vergleich der ökologischen Bilanzen beider Latexarten.
Der Herstellungsprozess von synthetischem Latex ist aus energetischer Hinsicht deutlich aufwendiger. Die Englische Fachzeitschrift Rubber Developments hat eine Energie-Bilanz der beiden Stoffe veröffentlicht:


Um eine Tonne synthetischen Latex herzustellen, braucht man 130 Gigajoule, umgerechnet gut 10.000 Liter Benzin. Synthetischer Latex wird aus Erdöl gewonnen. Erdöl jedoch ist als nicht- nachwachsender Rohstoff grundsätzlich begrenzt. Nach vorsichtiger Schätzung reichen die weltweit bekannten Erdölvorkommen bei weiterer Nutzung wie bisher noch ca. 50 Jahre – dann ist Schluss!


Naturkautschuk kommt dagegen mit 13 bis 16 Gigajoule aus: fünf für den Dünger der Bäume, drei für die Herstellung des Naturkautschuks und fünf bis acht für den Transport. In beiden Fällen ist der Energieaufwand für das Schäumen nicht berücksichtigt.
Naturlatex hingegen wird aus der Milch des Kautschukbaumes gewonnen, der nur angezapft und nicht abgeholzt wird.



Latexallergien treten in aller Regel bei Menschen auf, die beruflich mit Latexprodukten in Berührung kommen (z.B. Ärzte, die medizinische Handschuhe benutzen). Polster und Matratzen aus Latex sind jedoch stets mit Bezügen versehen, so dass die Haut nicht in direkten Kontakt mit dem allergisierenden Latex kommt.


Daher sind bis heute noch keine Fälle bekannt geworden, in denen Polster oder Matratzen eine Naturlatexallergie ausgelöst oder begünstigt hätten.
Dennoch sollten Sie bei einer bestehenden Latexallergie, um auf Nummer sicher zu gehen, auf andere Materialien ausweichen – es gibt sie und Ihr Einrichtungsberater kann dies für Sie umsetzen.

Textilien und Polsterbezüge

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